Der Offene Rote Kreis

Herzlich willkommen hier beim Offenen Roten Kreis!

Wie schön, dass Du auf einen Besuch hergekommen bist, um zu erfahren, was uns, die Gründer des Offenen Roten Kreises antreibt. Es freut uns, dass wir hier schon gemeinsam mit Dir Zeit verbringen dürfen, einfach dadurch, dass Du hier bereits unsere Worte liest und Dich so schon mit uns bekannter machst.

Vielleicht hast Du das Gefühl in der letzten Zeit verstärkt erlebt oder auch ganz neu kennengelernt, irgendwie abgetrennt zu sein, außen vor zu sein, am Rand zu stehen, Dir selbst überlassen zu sein? Dass du Halt und Vertrauen in die Gesellschaft zunehmend verlierst? Sehnst Dich infolgedessen nach wirklicher Gemeinschaft, nach Geborgenheit, nach Verbundenheit zu und mit anderen, aber ohne Dich einer Gruppenideologie unterwerfen zu müssen?

Ja? Wir nämlich auch sehr oft, denn:

Als Menschen suchen wir manchmal bewusst, zumeist jedoch unterbewusst nach Verbundenheit zu anderen, zugleich aber auch ohne Bevormundung. Man könnte behaupten, das liegt uns einfach in den Genen, da selbst die Urvölker schon immer in Gemeinschaften zusammengelebt und sich so auf die beste mögliche Weise genährt und beschützt haben. Diese Codierung in unserem „sozialen Gen“ - metaphorisch gesprochen - ist auch heute noch wirksam, obwohl sich unser gesellschaftlich gestaltetes Miteinander und unsere Umwelt so stark gegenüber dem prähistorischen Leben verändert haben.

Gerade die Kontaktbeschränkungen und Ausgrenzungen, aber auch die mitunter erzwungene Vernachlässigung von Beziehungen zu anderen Menschen, nahen wie fernen, privat oder beruflich verbundenen, haben schweren Schaden entstehen lassen. Es kam zu Beziehungsabbrüchen jeglicher Art, zudem entstanden Löcher im Alltag im Hinblick auf Gewohnheiten und liebgewonnene Gemeinsamkeiten. Tiefe Gräben durchzogen das Land, im Kleinen wie Großen, in denen sich weiter Misstrauen und Distanzierung breit machen konnten.

Aber gerade durch die schmerzliche Wahrnehmung der veränderten Realität hat uns die Corona-Zeit die Bedeutung von Verbundenheit, die unverzichtbare menschliche Nähe und das Hilfreiche an einer tragenden Gemeinschaft stärker denn je zuvor bewusst gemacht.

Ein Leben lang brauchen wir ein „emotionales Zuhause“, eine herzliche, uns stets Willkommen heißende Verbindung zu anderen Menschen. Ein Miteinander, in dem wir sein dürfen, wie wir sind, ohne gemustert und bewertet oder gar als nützlich oder unnütz gekennzeichnet zu werden. Wir brauchen um uns herum offene Arme - sinnbildlich gesprochen -, um uns authentisch zeigen zu können, um Vertrauen zu geben und annehmen zu können, um ein gutes Zusammenleben zu gestalten, und uns selbst frei zu entfalten.

Durch die Gründung des Offenen Roten Kreises wollen wir all das, was uns als Gemeinschaft nährt und schützt, wieder in den Vordergrund holen und stärken. Darin besteht unsere Motivation, unser Antrieb, der Kern.

Denn es ist tatsächlich wieder Zeit für Verbundenheit!

 

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